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Balkan in Brüssel

von R.Wieland (Kommentare: 0)

Balkan in Brüssel

Nach dem Zerfall Jugoslawiens und den darauf folgenden Kriegen blieb der Balkan lange eine Krisenregion inmitten der Europäischen Union. Seit dem Ende der 1990er Jahre hat sich die Situation dort jedoch stabilisiert. Heute streben die Länder der Region - Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina sowie Albanien alle eine Mitgliedschaft in der EU an. Zwar haben dabei nicht alle von Ihnen den offiziellen Status eines Beitrittskandidaten, doch das langfristige Ziel der Mitgliedschaft teilen sie alle.

Aus europäischer Perspektive ist dies zunächst einmal sehr positiv zu bewerten. Die Länder des Balkans waren historisch seit jeher eng mit dem Rest Europas verbunden. Zudem liegen die Balkanstaaten, das darf man nicht vergessen, bereits heute inmitten von EU-Staaten. Es liegt daher auch im strategischen Interesse der EU, die Stabilität dieser Region wirtschaftlich, politisch und auch in Sicherheitsfragen zu sichern. Langfristig ist die Mitgliedschaft in der EU hierzu der beste Rahmen.

Doch bis dorthin ist es wohl noch ein langer Weg, denn jedes der Länder steht noch vor großen Herausforderungen. Wir Europäer, das zeigten die in dieser Woche im Plenum diskutierten Berichte zu den einzelnen Ländern, haben in diesem Prozess eine Doppelrolle zu spielen. Zum einen müssen wir Probleme in den Ländern, beispielsweise bei der Rechtstaatlichkeit oder im Bereich Korruption, immer wieder thematisieren und so den Reformdruck aufrecht erhalten. Zum anderen müssen wir den Menschen die Hand reichen. Wenn wir als Europäer das Engagement der Menschen und Unternehmer auf dem Balkan stützen, helfen wir den Bürgerinnen und Bürgern, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Europäische Union hat hierzu bereits viel beigetragen und die Abgeordneten bekräftigten in dieser Woche, dass man dazu auch in Zukunft bereit ist.

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