AKTUELL

Life in plastic, it's fantastic?

von R.Wieland (Kommentare: 0)

Life in plastic, it's fantastic? Beschluss für weniger Einwegplastik

Plastik war über viele Jahrzehnte hinweg vor allem eines: Ein günstiges und gleichzeitig vielseitig einsetzbares Material, welches aus nahezu allen Lebensbereichen nicht wegzudenken war. Heute stellen wir jedoch fest, dass ein allzu sorgloser Umgang mit Plastik auch große Probleme mit sich bringen kann. Bekanntestes Beispiel ist die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere: Plastik macht dort etwa 80% des Abfalls aus und bedroht viele Ökosysteme! Besonders die stetig zunehmende Verwendung von Einwegprodukten aus Kunststoff ist problematisch. Viele Produkte sind nicht mehr dazu bestimmt, wiederverwendet oder kostenwirksam recycelt zu werden und verursachen damit vermeidbaren Müll und im Übrigen auch unnötige Kosten. Vor diesem Hintergrund sprach sich die Europäische Kommission im Mai 2018 erneut dafür aus, der zunehmenden Verschmutzung durch diese Produkte mit Nachdruck entgegenzutreten. Mit neuen, zielgerichteten Vorschriften soll die Problematik angegangen werden. Über einen ersten entsprechenden Gesetzentwurf wurde nun in dieser Plenarwoche diskutiert und abgestimmt.

Das Ergebnis: Künftig sollen Einwegkunststoffprodukte, für die bereits erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen, vom Markt genommen werden. Bei Produkten, für die es noch keine offensichtlichen Alternativen gibt, liegt der Schwerpunkt auf der Reduzierung ihres Verbrauchs sowie einer Förderung der konsequenten Wiederverwertung der wertvollen Rohstoffe.

Bei den Beratungen im Vorfeld des Beschlusses herrschte bei der Beschreibung des Problems zunächst Einigkeit. Eine große Mehrheit der Abgeordneten unterstützte das Ziel, Plastikmüll künftig zu reduzieren. Doch wie so oft lag die Schwierigkeit in der Ausgestaltung der konkreten Lösungen. Denn neben dem drängenden Problem der Müllproduktion muss auch bedacht werden, dass Plastik aus nahezu keinem Lebensbereich wegzudenken ist. Seine Verwendung reicht vom Kügelchen in unserer Zahnpasta und Seife bis hin zum Autoteil aus dem 3D-Drucker. Es war daher ein wichtiges Anliegen der EVP-Fraktion, intelligente, ausgewogene Lösungen zu finden. Statt rigoroser Verbotspolitik sollten vor allem Anreize für langfristige Fortschritte geschaffen werden. Wenn wir gute Lösungen finden, stoppen wir nicht nur die zunehmende Verschmutzung unserer Umwelt, sondern wir können auch gezielt neue Innovationen in Europa fördern. Schon heute sind insbesondere deutsche Betriebe oft führend, sowohl im Recycling als auch bei Alternativen zu Kunststoff. Neben diesem wirtschaftlichen Aspekt ist natürlich auch das Konsumverhalten entscheidend. In vielen Fällen könnte auf die Nutzung von Einwegprodukten gänzlich verzichtet werden, in anderen Fällen ist zumindest ein Umstieg auf alternative Produkte möglich. Eine Reduzierung von Plastik hängt somit auch von der Bereitschaft der Konsumenten ab, den eigenen Verbrauch zu überdenken und für neue Angebote offen zu sein. Verbote allein werden auch hier nicht alle Probleme lösen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20181005STO15110/plastik-im-meer-fakten-auswirkungen-und-neue-eu-regeln

Zurück