Europäische Parteien

Bei einer politischen Partei auf europäischer Ebene handelt es sich um eine Organisation mit einem politischem Programm. Ihr können Parteien aus den Mitgliedstaaten und Einzelpersonen agehören. Im Europäischen Parlament finden sich die nationalen Parteien in den jeweiligen Fraktionen wieder. So haben sich die christdemokratischen Parteien der Fraktion der EVP-ED (Europäische Volkspartei-Europäische Demokraten) angeschlossen. Neben den Fraktionen im Europäischen Parlament können sich - zumeist gleichnamige europäische Parteien gründen.

Die Verträge sehen dazu Folgendes vor: "Politische Parteien auf europäischer Ebene sind wichtig als Faktor der Integration in der Union. Sie tragen dazu bei, ein europäisches Bewusstsein herauszubilden und den politischen Willen der Bürger der Union zum Ausdruck zu bringen." Durch den Vertrag von Nizza wurde die Finanzierung der europäischen Parteien geregelt. Sie können aus dem Haushalt der EU Gelder erhalten, deren Verwenung allerdings ausschließlich für die Ziele der europäischen Parteien vorgesehen ist.

Die Geschichte der Europäischen Volkspartei

Die Vorläufer der EVP gehen auf einen ersten Kongress im Dezember 1925 der christlichen Parteien aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Spanien und Litauen zurück. Auf diesem wurde die Einrichtung eines "Sécretariat International des Partis Democratiques d'Inspiration Chrétienne" (SIPDIC) mit Sitz in Paris vereinbart, welches 1939 aufgelöst wurde. 

Am 8. Juli 1976 wird die Europäische Volkspartei in Luxemburg gegründet und der Belgier Leo Tindemans zum ersten Präsidenten gewählt. 1978 findet der I. Kongress der EVP in Brüssel statt, auf dem das politische Programm verabschiedet wird.

Mit 68 Mitgliedsparteien aus 35 Staaten, 18 Staats- und Regierungschefs (11 aus EU und 7 aus Nicht-EU-Ländern), 9 Mitgliedern der Europäischen Kommission (einschließlich des Präsidenten), und der größten Fraktion im Europäischen Parlament mit 264 Abgeordneten, ist die EVP-Partei die führende politische Kraft auf dem europäischen Kontinent.

Die EVP ist eine Familie der konservativen Politik, ihre Wurzeln reichen tief in die Geschichte des europäischen Kontinents und sie hat das Projekt der Europäischen Integration von Anbeginn vorangetrieben.

Die Präsidenten der EVP
1976 bis 1985: Leo Tindemans (Belgien)
1985 bis 1987: Piet Bukman (Niederlande)
1987 bis 1990: Jacques Santer (Luxemburg)
Seit 1990: Wilfried Martens (Belgien)

Generalsekretäre der EVP
1976 bis 1983: Jean Seitlinger (Frankreich)
1983 bis 1994: Thomas Jansen (Deutschland)
1994 bis 1999: Klaus Welle (Deutschland)
1999 bis 2002: Alejandro Agag (Spanien)
Seit 2002: Antonio Lopez-Isturiz (Spanien)

Mitgliedsparteien der EVP
CDH - Centre Démocrate Humaniste (Belgien)
CD&V - Christen-Democratisch & Vlaams (Belgien)
GERB - Bürger für eine europäische Entwicklung Bilgariens (Bulgarien)
SDS - Union der Demokratischen Kräfte (Bulgarien)
KF - Det Konservative Folkeparti (Dänemark)
CDU - Christlich Demokratische Union (Deutschland)
CSU - Christlich-Soziale Union in Bayern (Deutschland)
RP - Ühendus Vabariigi Eest - Res Publica (Union für die Republik - Res Publica) (Estland)
IrL - Isamaa ja Res Publica Liit (Estland)
KOK - Kansallinen Kokoomus (Nationale Koalitionspartei) (Finnland)
UMP - Union pour un Mouvement Populaire (Frankreich)
ND - Nea Dimokratia (Griechenland)
FG - Fine Gael (Familie der Iren) (Irland)
PdL - popolo della Libertà (Italien)
UDC - Unione dei Democratici Cristiani e Democratici di Centro (UDC) (Italien)
JL - Jaunais Laiks (Neue Ära) (Lettland)
TS - Tevynes Sajunga (Vaterlandsunion) (Litauen)
LKD - Lietuvos Krikscionys demokratai (Litauen)
CSV - Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (Luxemburg)
PN - Partit Nazzjonalista (Malta)
CDA - Christen Democratisch Appèl (Niederlande)
VP - Österreichische Volkspartei (Österreich)
PO - Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) (Polen)
PSL - Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Volkspartei) (Polen)
CDS-PP - Centro Democrático e Social - Partido Popular (Portugal)
PSD - Partido Social Democrata (Portugal)
UDMR - Uniunea Democrata a Mahiarilor din Romania/Romániai Magyar Demokrata Szövetség (Rumänien)
PD - Partidul Democrat Liberal(Rumänien)
KD - Kristdemokraterna (Schweden)
M - Moderata Samlingspartiet (Schweden)
SDKU-DS - Slovenska Democraticka a Krestanska Unia - Demokraticka strana (Slowakei)
SMK-MKP - Strana Madarskej Koalície/Magyar Koalíció Pártja (Partei der ungarischen Koalition) (Slowakei)
KDH - Kret\'ansko Demokratické Hnuti (Slowakei)
NSI - Nova Slovenija - Krscanska Ljudska Stranka (Slowenien)
SDS - Slovenska Demokratska Stranka (Slowenien)
PP - Partido Popular (Spanien)
KDU-CSL - Krest\'anská a Demokratická Unie - Ceskoslovenská strana lidová (Tschechische Republik) Fidesz-MPSZ - Fidesz Magyar Polgári Szövetség (Ungarn)
DISY - Dimokratikos Synagermos/Democratic Rally of Cyprus (Zypern)
  
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