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Bundespräsident hält seine erste Auslandsrede in Straßburg

von R.Wieland (Kommentare: 0)

Bundespräsident Steinmeier zu Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg

In seiner ersten Auslandsrede als Bundespräsident machte Steinmeier unmissverständlich klar, dass er diesen Ort dafür bewusst ausgewählt hatte, um „in Zeiten von Fliehkräften und von lärmenden Untergangspropheten“ Partei zu ergreifen für Europa. Der Bundespräsident rief zum Zusammenhalt der 27-Mitgliedsstaaten nach dem Brexit auf, den er scharf kritisierte: „Es ist falsch zu sagen, in dieser Welt könne ein europäisches Land alleine und ohne die EU seine Stimme hörbar machen oder seine wirtschaftlichen Interessen alleine besser durchsetzen“, so der Bundespräsident. Auch mit den Nationalisten und Angstmachern ging Steinmeier hart ins Gericht. Unverantwortlich sei es, den Menschen „vorzugaukeln“, dass man Gefahren wie den Terrorismus abwendet, in dem man Grenzen mit Mauern und Schlagbäumen errichtet. In einer immer komplizierter werdenden Welt können die Antworten nicht einfacher werden. „Europa war nie ein Spaziergang! Europa ist ein kompliziertes, ja, ein anstrengendes Projekt. Aber: Alle Mühe lohnt sich!“, hielt Steinmeier den EU-Kritikern entgegen.

Ebenso äußerte er sich zur kontrovers diskutieren Rolle Deutschlands, das als größter und bevölkerungsreichster Staat eine besondere Verantwortung trage. Die Stärke Europas könne nicht auf die Führung Einzelner gegründet werden, sondern nur auf der Verantwortung Aller. Am Ende seiner Rede betonte der Bundespräsident, was wir Europa zu verdanken haben: „Das geeinte Europa ist die gelungene Antwort auf unsere Geschichte und unsere Geographie – für uns selbst wie für unsere Nachbarn. Und wir spüren, dass ein starkes Europa nicht nur in unserem eigenen Interesse liegt, sondern dass es Teil unserer Identität geworden ist.“

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